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Tui Na
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Chinesische Massage
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Tui Na, die chinesische Massage, ist eine der Hauptbehandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie gehört in die Gruppe der manuellen Therapien. Im Gegensatz zur klassischen Massage, wie wir sie im Westen kennen, beinhaltet das Tui Na, neben diversen Massageformen, auch chiropraktische und physio-therapeutische Techniken.
In den Anfangszeiten, bevor noch die eigentlichen TCM Theorien entstanden sind, geschweige denn die Akupunktur oder die Kräuterheilkunde entwickelt waren, bestand das Behandeln von Krankheiten oder das Lindern von Schmerzen meist darin, die betroffenen Stellen intuitiv zu kneten, zu drücken oder einfach zu berühren. Die ersten dokumentierten Berichte über An Mo, wie man Tui Na früher nannte, datieren zurück in die Yin und Shang Perioden (1600 - 1100 v. Chr.). Die Bezeichnung Tui Na und An Mo beziehen sich auf die grundlegenden manuellen Techniken. Tui bedeutet "Schieben", Na steht für "Greifen", An für "Drücken" und Mo für "Reiben". In der Qin und Han-Dynastie (221 v. Chr. - 220 n. Chr.) entstanden die ersten fundierten Tui Na Konzepte und Behandlungsmuster. In den darauf folgenden Dynastien der Wie, Jin, Sui und Tang (220 - 907 n. Chr.) konnten verschiedene Ausbildungsstufen in Tui Na abgelegt werden, welche bis zum Tui Na Doktor führten. Ab der Ming und Qing-Dynastie bis heute entstanden weitere Spezialgebiete, wie die Kinderheilkunde und die Behandlung traumatischer Geschehen.
Die grundlegenden Prinzipien der Tui Na Behandlung aus traditioneller Sicht sind der Ausgleich von Yin/Yang, die Regulation von Qi und Blut, das Durchgängigmachen der Meridiane, das Beseitigen von Schmerzen, das Richten von Fehlstellungen, sowie das Regulieren der inneren Organe (Zang-Fu). Die diagnostischen Grundlagen sind im grossen und ganzen die Gleichen, wie bei den anderen TCM-Methoden. Man verwendet ebenfalls die Zungen- und Pulsdiagnose, sowie die Theorie der Zang-Fu Lehre. Obwohl man mit Tui Na auch die inneren Erkrankungen behandelt, ist natürlich das Hauptaugenmerk auf die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparats ausgerichtet. Dies wiederum bedeutet, dass der Tui Na-Therapeut in der Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers, ein größeres Wissen aufweisen muss, als zum Beispiel der Akupunkteur oder der Herbalist.
Die Techniken des Tui Na sind teilweise ganz anders als in der westlichen, klassischen Massage. Es gibt verschiedene Techniken, welche auf unterschiedliche Weisen auf den Körper wirken. Zu den Grundtechniken gehören:
Tui - Schieben, Na - Greifen An - Drücken Mo - Reiben Nie - Kneten Dian - Drücken mit dem Finger Gun - Rollen Rou - Stationäres kreisendes drücken Yizhichuan - Einfinger Meditation Ca - Rubbeln, Cuo - Rubbeln zweihändig Bo - Picken Dou - Schütteln Zhen - Vibrieren Pai/Ji - Klopfen/Schlagen Yao - Rotationen Bashen - Traktionen Ban - Manipulationen
Des weitern gibt es viele kombinierte Techniken.
Wie auch bei der Akupunktur, kann durch bestimmte Manipulationen eine harmonisierende, tonisierende oder sedierende Wirkung erzielt werden. Starke und Kürzere, im Gegenuhrzeigersinn und gegen den Meridian verlaufende Techniken wirken im Allgemeinen sedierend (ausleitend) auf den Körper. Hingegen wirken langsame und länger ausgeführte, im Uhrzeigersinn und in Richtung des Meridians verlaufende Techniken tonisierend (stützend).
Die Behandlung mit Tui Na erfolgt erst nach einer genauen Untersuchung. Neben der Anamnese und der Zungen/Pulsbetrachtung, sind bei Problemen des Bewegungsapparats auch Funktionsprüfungen zu machen. Vielfach muss auch auf Diagnosemethoden der Schulmedizin wie Röntgen, MRI und CT zurückgegriffen werden. Die Behandlung beginnt normalerweise mit dem durchgängig Machen der Meridiane und dem Erwärmen von Muskelgruppen, danach folgen die zum Krankheitsmuster benötigten speziellen Techniken und Manipulationen. Zum Schluss werden die massierten Körperteile wieder mit Lockerungs- und sanften Streich/Reibtechniken beendet. In speziellen Fällen werden dem Patienten Bewegungsübungen oder Ernährungshinweise mit nach Hause gegeben. Zudem werden auch kombinierte Methoden aus den anderen Methoden der TCM in die Tui Na eingebracht. Dies können Akupunktur, Moxibustion, Kräutertinkturen und Kräuterkompressen sein.
Das Einsatzgebiet der Tui Na umfasst neben Problemen des Bewegungsapparats wie Tennisellbogen, steifer Nacken, lumbale Beschwerden, Schulter/Armsyndrom, Knieschmerzen,... auch Muster der inneren Erkrankungen wie Verdauungsprobleme, Menstruationsstörungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Bluthochdruck, usw. Ein großer Vorteil der Tui Na Behandlung ist, dass sie auch bei Kleinkindern, alten Leuten, Nadelängstlichen oder zur Prävention eingesetzt werden kann, da sie nebenwirkungsfrei ist. Vor allem in der Behandlung von Kleinkindern ist die spezielle Baby-Tui Na sehr erfolgreich und erzielt beachtliche Erfolge.
© Reto Turnell www.chinamedizin.net
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