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Formen
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des modernen Wushu
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Das moderne Wushu hat sich aus den traditionellen chinesischen Kampfkünsten zu einer hoch spezialisierten Sportkunst entwickelt, die heute in China Nationalsport ist.
Schon seit der Gründung der Volksrepublik China ist Wushu Bestandteil der nationalen Sportveranstaltungen und wurde mit großem Aufwand gefördert. Es wurden spezielle Forschungsinstitute gegründet, welche die vielen verschiedenen Stile und Schulen, die unter den großen Bereich der chinesischen Kampfkünste fallen, zu standardisieren und einheitliche Regeln für den Wettkampf aufzustellen.
Nach langem Studium wurden Regeln für die bekanntesten Hauptstilrichtungen festgelegt. Diese sind in Kategorien unterteilt in nördliche Wushu Stile (Chang Quan, Shaolin Quan usw.), südliche Wushu Stile (Nan Quan), innere Wushu Stile (Taijiquan, Xingyi Quan, Bagua Quan) und Bewegungsformen, die der Gestalt und Gestik von Tieren oder Menschen nachempfunden waren wie z. B. Hou Quan (Affenboxen), Ying Zhao Quan (Adlerklauenboxen) oder Zui Quan (betrunkenes Boxen). Darüber hinaus wurden noch Regeln und Einteilungen für traditionelle chinesische Waffen erarbeitet und in lange Waffen, kurze Waffen, bewegliche Waffen, doppelte Waffen eingeteilt, sowie Partnershow-Kampf-Demonstrationen, die mit und ohne Waffen, von zwei oder mehr Partnern vorgeführt werden können. Die Neureformierung der chinesischen Kampfkünste fand in China schnell große Begeisterung und wurde in das offizielle Unterrichtsprogramm der Sporthochschulen aufgenommen. Auch wurden regionale und nationale Wushu Wettkämpfe veranstaltet.
Um Wushu auch international zu etablieren, zu demonstrieren und zu lehren, hat China Wushuteams und Wushutrainer ins Ausland gesandt. Da aber das Wushu immer noch über eine zu große und für Ausländer unübersichtliche Vielfalt beinhaltete und ein enorm hoher technischer Schwierigkeitsgrad sich in China entwickelt hatte, wurden noch einmal aus dieser Notwendigkeit das Chinese Wushu Research Institute of China von der damals neu Gegründeten Chinese Wushu Association beauftragt, dieses Problem zu lösen und so wurde durch eine Gruppe von Professoren, Spezialisten, berühmten Trainern und Spitzenathleten sieben Standartwettkampfformen festgelegt. Jede Wettkampfform wurde nach den festgelegten Wettkampfregeln zusammengestellt, aber die schwierigsten Übungen wurden als Tribut an die Ausländer weggelassen.
Diese Formen wurden im Ausland akzeptiert und haben sich bei der ersten Weltmeisterschaft, die 1991 in Peking ausgetragen wurde, bewährt.
Nachfolgend werden diese sieben Formen kurz vorgestellt:
Chang Chuan Das lange Boxen ist eine Quintessenz der verschiedenen nördlichen Stile und den standardisierten Grundübungen des modernen Wushu, die sich durch ihre Geschmeidigkeit, Flexibilität, Harmonie, Beweglichkeit und Grazie auszeichnen. Die Bewegungen sind flüssig, schnell und ohne Unterbrechung. Die Arme sind vollgestreckt und werden in Kreisbewegungen geschwungen, außerdem enthält diese Form schnelle Körperdrehungen, Sprungtechniken und hohe und gesprungene Tritte und Pirouetten. Die standardisierte Form des Chang Chuan umfasst 62 Bewegungen, die in vier Sektionen unterteilt sind.
Nan Chuan Das Boxen im südlichen Stil ist ein Konglomerat der verschiedenen Boxstile, die sich südlich des Yangtze, des gelben Flusses, entwickelt haben. Es zeichnet sich durch eine Vielfalt an Handtechniken, niedrigen Körperpositionen, tiefen und festen Stellungen und dem kraftvollen Einsatz des Körpers aus. Neben schnellen flinken Bewegungsfolgen wie rennen, fallen, drehen usw. sind auch statische Übungselemente enthalten, die mit speziellen Konzentrations- und Atemübungen kombiniert sind. Um ihre Kraft und Moral zu stärken, schreien die Kämpfer Worte wie "Xi, He, Hua, Na". Die standardisierte Form für Nan Chuan umfasst 65 Bewegungen, die in vier Sektionen unterteilt sind.
Taiji Chuan Beim Inneren Boxen oder Taiji Chuan oder Taijiquan sind die Bewegungen langsam und sanft und zeichnen sich durch fließende kreisförmige Bewegungen aus, die ineinander überlaufen und vom Geist geleitet und von natürlichen Atmung begleitet werden und den "Wellen des Flusses" ähneln. Die standardisierte Form des Taiji Chuan setzt sich aus 42 Bewegungen zusammen und ist eine Kombination aus verschiedenen Taiji Chuan Stilrichtungen.
Daoshu Das Breitsäbelfechten ist durch schnelle, kräftige und kühne Bewegungen gekennzeichnet. Der Kämpfer hält normalerweise das Breitschwert in der einen Hand und vollführt unterstützende Bewegungen mit der anderen Hand. Die Grundübungen sind stoßen, stechen, hauen, schwenken, abwehren sowie die Arbeit mit dem Handgelenk und das Wirbeln des Breitschwertes am und um den Körper. Die standardisierte Breitschwertform Daoshu enthält 58 Bewegungen.
Jianshu Bei der Waffenform mit dem doppelt geschliffenen geraden Schwert sind die Bewegungen schnell, flexibel und zeichnen sich durch große Eleganz aus. Die Bewegungen ähneln dem fliegenden Phönix. Es geht dabei auch um Angriff, stoßen und stechen sowie um Auf- und Abschwünge. Das Schwertspiel ist charakterisiert durch flinke und rhythmische Bewegungen und schnelle wechselnde Beinarbeit. Die standardisierte Schwertform Jianshu beinhaltet 53 Bewegungen.
Qiangshu Der Speer gehört ebenfalls zu den vier berühmten klassischen Waffen Chinas und gilt als "König der Waffen". Er wird zum Stechen und Blocken benutzt. Während des Kampfes wird der Speer flach gehalten und zum schnellen Stoß verwendet. Die Kraft muss in der Spitze liegen. Neben verschiedenem Techniken wie Stoßen, Stechen und Kreiseln gibt es unterschiedliche Bewegungen voller Stärke und Grazie, die dem Aussehen eines schwimmenden Drachen gleichen sollen. Die standardisierte Speerform Qiangshu enthält 53 Bewegungen.
Gunshu Der Langstock ist eine lange Waffe, der als der "Vater der Waffen" bezeichnet wird und sich durch seine lange Reichweite auszeichnet. Die Kämpfer müssen dabei die Bewegungen von Stock und Körper perfekt vereinen, damit sich ein schöner rhythmischer Bewegungsfluss ergibt. Die Bewegungen sind kühn, schnell und kräftig wie Blitz und Donner. Angriff- und Abwehrtechniken, hauen, schmettern, blocken und verschiedene Schwünge kennzeichnen die standardisierte Langstockform Gunshu, die 50 Bewegungen umfasst.
© Andreas Garski German Hung Gar Association / VFCK
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