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Waffen im Kung-Fu
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Brücke zur Vergangenheit
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Die klassischen Waffen sind eine der hervortretenden Charakterzüge der chinesischen Kampfkunst. Im Kung-Fu gibt es eine Vielzahl von Waffen, die sich in unterschiedlichste Kategorien einteilen lassen. Unerfahrene gehen oftmals davon aus, das Kung-Fu sich ausschließlich mit der Entwicklung von Handtechniken oder Handformen für den Kampf auseinandersetzt; dabei reicht das Studium von Waffen weit zurück in die Vergangenheit.
Man kann die Geschichte vieler Waffen bis in die feudalistische Periode Chinas zurückverfolgen. Damals spielte das Waffentraining eine sehr wichtige Rolle. Das Wissen über eine gewisse Waffenfertigkeit sicherte nicht nur das eigene Leben, sondern half auch beim Aufstieg in der Rangordnung dieser gewalttätigen Zeit.
In der heutigen Gesellschaft ist der Kampf oder der Kampf mit Waffen nicht länger ein Teil des täglichen Lebens; dennoch pflegen und üben viele diesen traditionellen Weg. Es gibt eine Vielzahl von Waffen im Kung-Fu, viele mit einem sonderbaren Ursprung und einem seltsamen Hintergrund. Es gibt Waffen für jeden Nutzen und alle Situationen: Kurze, Lange, Harte, Weiche, Flexible, Doppelte und Vielfältige.
Der Ursprung der Waffen ist vielfältig, wie beispielsweise als Gartengerät, Werkzeug und Militärwaffe. Die Bewaffnung im Kung-Fu reicht von dem einfach wirkenden langen Stock oder dem eleganten Fächer des Gelehrten bis zum drohenden Doppelsäbel oder den komplexen Bewegungen des Dreiglieder-Stabes. Jede Waffe besitzt besondere Qualitäten und Eigenschaften und ist damit auf seine Weise einzigartig.
Traditionell war das Waffentraining nur den älteren Schülern eines Meisters erlaubt; das Erlernen dieser Fertigkeiten war ein wohlgehütetes Geheimnis. Heute ist dieses Wissen offen zugänglich und steht all denen zu, die Zeit und Hingabe zum Lernen mitbringen.
Brücke zur Vergangenheit Die Waffen der Vergangenheit erscheinen für den Laien meist als sehr unpraktisch und daher unsinnig; dennoch legen viele Kung-Fu Schulen sehr viel Gewicht auf das Waffentraining. Der ursprüngliche Nutzen dieser historischen Waffen mag verloren sein, die Wichtigkeit für das Training ist erhalten geblieben. Obwohl viele schon einmal den Spruch "Waffen sind eine Verlängerung des Körpers" gehört haben, verstehen oder befolgen nur wenige diesen Gedanken. Das Kung-Fu Training widmet sehr viel Zeit der Verschmelzung von Körper und Geist zu einer Einheit; das Waffentraining macht dabei keinen Unterschied. In der Tat ist dies eine Voraussetzung. Das Training mit einer Waffe lässt sich mit einem Rennwagenfahrer und seinem Automobil vergleichen. Der Fahrer und sein Wagen sind eins: Sie bewegen und fließen sozusagen gemeinsam um jede scharfe Kurve; beide spüren den Boden unter ihnen während sie in unglaublicher Geschwindigkeit um die Strecke fahren. Jeder Schüler muss sich sowohl mit seinem Körper als auch mit seiner Waffe in Harmonie befinden, um dessen Nutzen zu maximieren und eine überzeugende Ausführung zu erzielen. Dabei wird der Schüler veranlasst, mehr Fokus auf die Ausführung seiner Techniken zu setzen. Er muss sich seiner Selbst, seiner Umgebung und seiner Waffe bewusst sein, die sich bei falschem Gebrauch gegen ihn selbst wenden kann. Durch solch ein Training verbessert der Schüler sein Können in vielfacher Hinsicht. Der Übende lernt, seine Aufmerksamkeit besser auf etwas zu fokussieren. Er lernt zudem, seine Kraft und Energie in die Waffe zu lenken, und dies ermöglicht ihm auch bei Handtechniken, seine Kraft besser zu entfalten.
Das Waffentraining erhöht die Geschwindigkeit, Koordination und das Timing, während die Fertigkeiten und das Verständnis für das Kung-Fu gestärkt werden.
© Ali Ol / Björn Henke Kung-Fu WebMag / German Chow Gar Association / VFCK
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